Venezuela: Mutter von politischem Gefangenen nach Bestätigung von dessen Tod gestorben
In Venezuela ist wenige Tage nach Bekanntgabe des Todes des politischen Gefangenen Víctor Hugo Quero Navas auch dessen Mutter gestorben. Carmen Navas starb am Sonntag im Alter von 81 Jahren, wie Angehörige der Nachrichtenagentur AFP mitteilten. Navas hatte seit der Festnahme ihres Sohnes im Januar 2025 unermüdlich nach ihm gesucht und von den venezolanischen Behörden Antworten verlangt.
Menschenrechtsorganisationen hatten Quero Navas' Inhaftierung als "Verschwindenlassen" bezeichnet. Erst am 7. Mai hatten die Gefängnisbehörden mitgeteilt, dass der 51-Jährige bereits am 24. Juli gestorben war.
Carmen Navas besuchte daraufhin das Grab ihres Sohnes und verlangte die Exhumierung der sterblichen Überreste, um seine Identität bestätigen zu lassen. Anschließend richtete sie in Caracas eine kleine Trauerfeier aus.
"Gott möge mir Kraft geben", sagte Navas am Freitag unter Tränen bei einer Messe zum Abschied von ihrem Sohn. Es war ihr letzter öffentlicher Auftritt.
Ihre enge Freundin Edilda Zambrano beschrieb Navas als "wunderbare Frau" und als "mutige Frau, die jederzeit beharrlich war". Angehörige sagten, Navas habe eigene gesundheitliche Probleme zurückgestellt, um sich auf die Suche nach ihrem Sohn zu konzentrieren.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Foro Penal sind seit 2014 in Venezuela 20 politische Gefangene in staatlicher Obhut gestorben. Quero Navas' Tod wurde im Rahmen einer im Februar von Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez angekündigten Amnestie bekannt.
Der linksnationalistische Staatschef Venezuelas, Nicolás Maduro, war im Januar von den USA bei einem Militäreinsatz in der Hauptstadt Caracas gefangen genommen worden.
O.T.Wolf--NRZ