Pyrotechnik gegen Busse und Brandsätze: Viel Arbeit für Polizei an Halloween
In der Halloween-Nacht ist es in zahlreichen Städten zu Polizeieinsätzen wegen Vorfällen mit umherziehenden Menschengruppen gekommen. In Kiel zündeten Unbekannte zwei Brandsätze und auf einem Fußweg ausgekipptes Motorenöl an, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Zudem warfen mutmaßlich Jugendliche Steine von einer Brücke auf ein fahrendes Auto. In Berlin wurden laut Polizei unter anderem Linienbusse mit Pyrotechnik beschossen.
Auch in vielen anderen Städten kam es zu Einsätzen etwa wegen Pyrotechnikwürfen, brennenden Mülltonnen, Körperverletzungen und Ruhestörungen. Vielfach sprach die Polizei von teilweise größeren Jugendgruppen als Verursachern. Aufgrund ähnlicher Erfahrungen in den vergangenen Jahren hatten die Beamten vielerorts ihre Präsenz stark erhöht und griffen früh ein.
So meldete die Polizei aus Hamburg nach Einbruch der Nacht "im gesamten Stadtgebiet vermehrt Gruppen von Jugendlichen, die zum Teil auch Böller zündeten". In mehreren Stadtteilen seien Gruppen kontrolliert, pyrotechnische Gegenstände beschlagnahmt und Platzverweise ausgesprochen worden. In Duisburg wurden laut Polizei Einsatzwagen mit Feuerwerkskörpern beworfen.
Die Berliner Polizei sprach von "unschönen Begleiterscheinungen von Halloween". Nach mehrfachen Pyrotechnikbeschuss von Bussen im im Märkischen Viertel stoppten die Verkehrsbetriebe demnach kurzzeitig den Verkehr auf mehreren Linien, in Berlin-Mitte schoben ebenfalls Unbekannte Müllcontainer und E-Scooter auf eine Straße und zündeten die so errichtete Barrikade an.
Allein aus München meldete die Polizei mehr als 200 Einsätze mit Halloween-Bezug, darunter 30 Sachbeschädigungen. An einem Einkaufszentrum im Stadtteil Milbertshofen zündete eine etwa 50-köpfige Gruppe demnach Pyrotechnik und warf E-Scooter und Fahrräder die Treppe zu einem U-Bahnstation hinab. Als Polizeikräfte anrückten, flüchteten die Verdächtigen demnach.
Bei den Brandsätzen in Kiel handelte es sich laut Polizei um Molotowcocktails, die Unbekannte auf einem leeren Parkplatz und in einem Papiercontainer zündeten. Bereits am Vortag hatten Beamte dort im Stadtteil Mettenhof demnach einen Molotowcocktail auf dem Parkplatz einer Schule entdeckt.
Ferner seien dort "Jugendgruppen mit zeitweise bis zu 70 Personen" umhergezogen, erklärten die Beamten. Wiederholt seien Feuerwerkskörper gezündet worden. Nach den Steinwürfen auf ein Auto von einer Unterführung seien drei Jugendliche vorläufig festgenommen worden. Zudem soll ein Jugendlicher Kinder im Stadtteil Friedrichsort mit einem Brotmesser bedroht haben. Die Polizei sprach von schwerwiegenden Zwischenfällen.
Aus Leverkusen meldete die Feuerwehr am Sonntag einen Angriff auf Einsatzkräfte mit Reizgas und Feuerwerkskörpern, ein Feuerwehrmann erlitt ein Knalltrauma. Der Vorfall ereignete sich demnach bei einem Einsatz im Stadtteil Steinbüchel.
In Sundern im Hochsauerlandkreis warf ein Unbekannter in der Nacht einen Böller durch ein geöffnetes Fenster in ein Wohnhaus, ein Bett fing Feuer. Die Bewohner konnten den Brand löschen, ein Mensch erlitt laut Polizei leichte Verbrennungen.
G.Wagner--NRZ