Grünen-Chefin für europäische Alternative zur Nato - Braucht einen "Plan B"
Grünen-Chefin Franziska Brantner hat angesichts des Konflikts mit den USA auf längere Sicht eine europäische Alternative zur Nato gefordert. Es brauche einen Plan B, sagte sie dem "Handelsblatt" vom Mittwoch. "Europa ist zur Einigkeit verpflichtet und muss selbst verteidigungsfähig werden." Sie fügte hinzu: "Sonst werden wir verfrühstückt."
Die Nato bleibe für die transatlantische Sicherheit wichtig, sagte die Grünen-Chefin. Gleichzeitig müsse zur Kenntnis genommen werden, dass US-Präsident Donald Trump "das anders betrachtet". Vor diesem Hintergrund kritisierte sie Kanzler Friedrich Merz (CDU): Dieser zeige gegenüber Trump "bislang nicht Klarheit und Härte". Der US-Präsident sorgt derzeit vor allem mit seinen Ansprüchen auf Grönland für heftige Kritik.
Ein Ausgangspunkt für eine europäische Alternative zu dem westlichen Militärbündnis könne die sogenannte Koalition der Willigen in der Ukraine-Unterstützung sein, sagte Brantner dem "Handelsblatt". Daraus könne eine "Fähigkeitskoalition" werden, "eine Gruppe derjenigen, die vorangehen wollen". Sie nannte neben Polen, Frankreich, Italien und dem Baltikum auch die Länder Großbritannien und Norwegen. "Solche Strukturen könnten zunächst ergänzend zur Nato wirken – und erst dann eigenständig, wenn Trump die Nato von innen blockiert."
B.Schmidt--NRZ