US-Wirtschaft wuchs zu Jahresbeginn nur um 1,6 Prozent - Inflation steigt weiter
Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs ist die US-Wirtschaft zu Jahresbeginn weniger stark gewachsen als bisher angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte nach Angaben des US-Handelsministeriums vom Donnerstag zwischen Januar und März auf das Gesamtjahr hochgerechnet um 1,6 Prozent zu - das waren 0,4 Prozentpunkte weniger als Ende April prognostiziert. Die Inflation zog derweil im April weiter an.
Das Handelsministerium begründete die deutliche Korrektur beim BIP vor allem mit geringeren Investitionen und Konsumausgaben. Analysten führen dies auf den Energiepreisschock im Iran-Krieg zurück, der Ende Februar mit US-israelischen Luftangriffen begonnen hatte. In den letzten drei Monaten 2025 war die US-Wirtschaft um 0,5 Prozent gewachsen.
Die Verbraucherpreise zogen indes im April weiter an. Der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) erhöhte sich im April laut Handelsministerium um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 3,5 Prozent im März. Das liegt deutlich über der Inflationsrate von 2,0 Prozent, die die US-Notenbank Fed empfiehlt. Die Kerninflation ohne die volatilen Preise für Energie und Lebensmittel lag laut dem PCE-Index bei 3,3 Prozent.
"Es ist sichtbar, wie die Amerikaner derzeit finanziell in die Zange genommen werden", sagte die Chefökonomin der Navy Federal Credit Union, Heather Long. Grund sind vor allem die stark gestiegenen Treibstoffpreise: Den Daten zufolge mussten die US-Verbraucher im April knapp 29 Milliarden Dollar (fast 25 Milliarden Euro) mehr für Sprit bezahlen als im gleichen Monat 2025. Laut dem US-Automobilclub AAA hat sich Benzin seit Kriegsbeginn im Schnitt um 48 Prozent verteuert.
US-Präsident Donald Trump hatte den Menschen immer wieder stark sinkende Preise versprochen. Seit Kriegsbeginn änderte er seine Darstellung: Die Entwicklung sei nur vorübergehend und der Konflikt bald vorbei, sagte er.
F.Meyer--NRZ