Sieg in Frankfurt: HSV dem Klassenerhalt ganz nah
Der Hamburger SV hat den womöglich entscheidenden Schritt im Kampf um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga geschafft. Der Aufsteiger erkämpfte sich beim Europapokalkandidaten Eintracht Frankfurt einen 2:1 (0:0)-Sieg und baute sein Polster auf den Relegationsplatz 16 auf vorerst acht Punkte aus.
Albert Grönbaek (51.) und Fábio Vieira (59.) drehten das stimmungsvolle Spiel in Frankfurt, nachdem Can Uzun (48.) die SGE in Front geschossen hatte. Wegen des direkten Duells den FC St. Pauli mit dem VfL Wolfsburg am letzten Spieltag ist der Klassenerhalt damit so gut wie sicher und könnte bei Patzern der beiden schon am Sonntag feststehen. Maximal könnte einer der beiden Konkurrenten theoretisch noch vorbeiziehen.
Frankfurt hingegen musste sich phasenweise Pfiffe der eigenen Fans gefallen lassen und bangt weiter um den Europapokal-Platz sieben. Die Zukunft von Trainer Albert Riera scheint ungewiss. In der Nachspielzeit sah Rasmus Kristensen (90.+12) auch noch die gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels.
"Es hat jeder maximal Bock auf diese Phase", hatte HSV-Trainer Merlin Polzin im Vorfeld angekündigt, die angespannte Lage im Keller nach einer Serie von zuletzt sechs Spielen ohne Sieg schien den Trainer wenig zu belasten. Seinen Hoffnungsträger setzte der Coach aber zunächst auf die Bank: Shootingstar Luka Vuskovic hatte dem HSV in den vergangenen Wochen gefehlt und kehrte in den Kader zurück.
Ganz andere Töne hatte Eintracht-Trainer Riera eingeschlagen. Auf der Pressekonferenz hatte der Spanier zum Rundumschlag ausgeholt, die Presse im Umfeld des Vereins harsch kritisiert und einzelne Berichterstattung als "totalen Bullshit" bezeichnet. Jonathan Burkardt, der im Mittelpunkt der von Riera angeprangerten "falschen" Berichte stand, stand in der Startelf. Vor Anpfiff ertönten einige Pfiffe, als der Stadionsprecher Rieras Name verlas.
Bei strahlendem Sonnenschein boten die Zuschauer eine extrem stimmungsvolle Kulisse - und sahen, wie der HSV in der Anfangsphase besser im Spiel war. Einzig die Abschlüsse fehlten. Die Eintracht meldete sich durch den ersten gefährlichen Schuss von Can Uzun (15.) im Spiel an.
Die Hamburger erspielten sich eine Doppelchance. Erst wehrte Michael Zetterer den Schuss von Albert Sambi Lokonga ab, dann drosch Vieira den Ball aus der Distanz an die Latte (26.). Ein klarer Vorteil für ein Team war lange nicht auszumachen, beide Teams mieden das Risiko.
Nachvollziehbar, denn während der HSV um den Klassenerhalt kämpft, will die Eintracht im Saisonendspurt eine schwierige Spielzeit mit dem Einzug in den Europapokal retten. Die passive Eintracht wachte gegen Ende der ersten Halbzeit mit zwei Chancen durch Uzun (38. und 39.) nochmal auf, bekam nach einer kurzen Ecke kurz vor dem Pausenpfiff aber gar ein Pfeifkonzert zu hören.
Wie ausgewechselt kam Frankfurt aus der Kabine. Ansgar Knauff flankte zweimal gefährlich, dann traf Uzun nach hohem Ballgewinn zur Führung. Den HSV beeindruckte das gar nicht, wenige Augenblicke später stellte Gronbaek wieder auf remis. Kurz darauf setzte der Däne mit seinem wuchtigen Freistoß (53.) fast noch eins drauf. Das gelang sieben Minuten nach dem Ausgleich Vieira mit einem satten Linksschuss.
L.Winkler--NRZ