Pokal-Ausschreitungen: Zuschauer-Teilausschluss für Mannheim
Drittligist Waldhof Mannheim ist nach den massiven Ausschreitungen im DFB-Pokalspiel gegen den Lokalrivalen 1. FC Kaiserslautern zu einem Zuschauer-Teilausschluss sowie einer Geldstrafe verurteilt worden. Dies entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Demnach müssen die Mannheimer im kommenden Drittliga-Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II am 25. Oktober ohne Teile ihrer Fans auskommen, eine weitere Partie wurde bis Ende 2028 zur Bewährung ausgesetzt.
Außerdem wurden die Mannheimer mit einer Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro belegt, bis zu 40.000 Euro kann der Klub für eigene sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden. Das Sportgericht begründete die Strafen mit vier Fällen unsportlichen Verhaltens der Waldhof-Anhänger im Rahmen der Erstrundenpartie am 21. August, davon stünden zwei Fälle in Tateinheit mit einem nicht ausreichenden Ordnungsdienst.
Der Verein akzeptierte das Urteil bereits, es ist somit rechtskräftig. "Die Vorfälle in Mannheim haben eine Grenze weit überschritten, mit Fantum und Fankultur hat das nicht im Ansatz zu tun. Wenn Raketen auf das Spielfeld und auf Einsatzkräfte geschossen werden, wenn Menschen andere Menschen verletzen, müssen wir konsequent handeln", sagte Thomas Bergmann, DFB-Vizepräsident für Rechtsangelegenheiten. Der Zuschauer-Teilausschluss sei "ein klares Signal".
Das von massiven Ausschreitungen überschattete Südwest-Derby hatte Zweitligist Kaiserslautern 1:0 nach Verlängerung beim benachbarten Drittligisten gewonnen. 35 Polizisten wurden dabei leicht verletzt. Auch 85 Fans mussten medizinisch betreut werden, acht von ihnen kamen in ein Krankenhaus. Es gab mehrere Festnahmen. 1400 Polizisten waren im Einsatz, die Partie war zwischenzeitlich über eine halbe Stunde unterbrochen.
Das Ermittlungsverfahren gegen den 1. FC Kaiserslautern wegen der Zuschauerausschreitungen ist derzeit noch beim DFB-Kontrollausschuss anhängig. Wann diesbezüglich ein Urteil des DFB-Sportgerichts ergeht, teilte der Verband noch nicht mit.
E.Weber--NRZ