Zweifel am Formel-1-Finale: "Die Welt kann sich stark ändern"
Der Automobil-Weltverband FIA um Präsident Mohammed Ben Sulayem geht trotz der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten weiter von der planmäßigen Austragung der beiden letzten Saisonrennen der Formel 1 in Katar und Abu Dhabi aus. Unter den Piloten herrschen dagegen Zweifel.
"Die Verantwortlichen scheinen sehr überzeugt davon zu sein, dass die Rennen wie geplant stattfinden werden. Mir fällt es momentan schwer, ebenso überzeugt zu sein. Im Nahen Osten passieren nach wie vor viele Dinge", sagte Williams-Pilot Carlos Sainz am Donnerstag vor dem Großen Preis der USA in Austin (Sonntag, 21.00 MEZ/Sky): "Die Welt kann sich innerhalb des nächsten Monats oder der nächsten sechs Wochen stark verändern."
Man müsse aufmerksam bleiben und auf Entwicklungen reagieren, "statt nur deshalb an den Plänen festzuhalten, weil wir die Rennen zum jetzigen Zeitpunkt unbedingt austragen wollen", sagte der 32-jährige Spanier. Zugleich müsse man darauf vertrauen, dass die Formel 1 und die FIA in dieser Angelegenheit die richtigen Entscheidungen treffen.
Aufgrund des Krieges in der Region sind Zweifel an den beiden abschließenden Rennen in Katar (29. November) und Abu Dhabi (6. Dezember) weiterhin angebracht. Die volatile Lage am Persischen Golf ist auch für die Verantwortlichen schwer vorherzusagen. Im Vorfeld des US-Grand-Prix hatte sich FIA-Präsident Ben Sulayem jedoch optimistisch gezeigt.
Im Fall einer kurzfristigen Absage beider Rennen gäbe es allerdings nur einen Grand Prix als Ersatz: Im italienischen Imola werden Vorkehrungen dafür getroffen.
Das würde in den Augen der Fahrer ganz andere Probleme schaffen. "Wenn wir in Imola fahren, müssen wir vielleicht die Schneepflüge herausholen", sagte McLaren-Pilot Oscar Piastri: "Hoffentlich liegen die Temperaturen dort wenigstens über dem Gefrierpunkt - mehr verlange ich gar nicht." Sainz ergänzte: "Dann frieren wir uns eben in Imola den Hintern ab und beenden das Jahr bei eisigen Temperaturen."
F.Meyer--NRZ