Neue Rheinische Zeitung - Künstliche Intelligenz: Trump setzt auf Selbstregulierung der Tech-Branche

Köln -
Künstliche Intelligenz: Trump setzt auf Selbstregulierung der Tech-Branche
Künstliche Intelligenz: Trump setzt auf Selbstregulierung der Tech-Branche / Foto: © AFP

Künstliche Intelligenz: Trump setzt auf Selbstregulierung der Tech-Branche

Ungeachtet von Sicherheitswarnungen aus der Tech-Branche lehnt US-Präsident Donald Trump gesetzliche Vorschriften für Künstliche Intelligenz weiter ab. Stattdessen sollten sich die KI-Unternehmen freiwillig selbst regulieren, sagte Trump am Dienstag bei einem Treffen mit den Chefs der großen Tech-Konzerne. Im Anschluss wollte er ein Dekret zur Umbenennung von KI in "Superintelligenz" unterzeichnen.

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"Die Selbstregulierung ist sehr wichtig", sagte Trump. Außerdem gebe es in den USA "automatisch Regulierung durch das Justizministerium" und die Bundespolizei FBI, fügte der 80-Jährige hinzu. Seine Ablehnung für spezifische KI-Vorschriften begründete er erneut mit dem technologischen Vorsprung der USA vor China. "Wir führen, und das wollen wir beibehalten", sagte er.

Die versammelten Konzerchefs lobte Trump als "die brillantesten Leute der Welt". Neben dem US-Präsidenten saßen sein früherer Berater, der Tech-Milliardär Elon Musk, und der Vorsitzende des Chipkonzerns Nvidia, Jensen Huang. Zu den rund zwei Dutzend Branchenvertretern zählten zudem Mark Zuckerberg von Meta, Dario Amodei von Anthropic, Jeff Bezos von Amazon und OpenAI-Präsident Greg Brockman.

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Zwischenfälle bekannt geworden, bei denen sich KI-Agenten selbständig gemacht hatten und anders agierten als vorgesehen. So bestätigte etwa OpenAI einen Zeitungsbericht, wonach seine KI-Werkzeuge auf Internetseiten von US-Bundesbehörden zugegriffen hatten. Trotzdem nannte Trump KI-Skeptiker "Verschwörungstheoretiker" und "Verräter".

Anthropic und OpenAI plädierten zuletzt für eine gedrosselte Entwicklung der Technologie. Wie die "Financial Times" am Dienstag berichtete, warnt Anthropic Investoren im Prospekt für seinen geplanten Börsengang zudem vor möglicherweise "existenziellen Risiken für die Menschheit".

Das KI-Treffen angestoßen hatte der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, der Republikaner und Trump-Vertraute Mike Johnson. Er sprach sich im Sender CNBC für ein Minimum an Regulierung aus: "Ich denke, ein bisschen Kontrolle, ein bisschen Transparenz, ein bisschen externe Prüfung würde vielen Menschen die Nervosität nehmen", sagte er. Laut einer aktuellen Umfrage für den Sender CNN sind vier von fünf US-Bürgerinnen und -bürgern "beunruhigt" über das rasante Tempo der KI-Entwicklung.

B.Lange--NRZ