Jeff Bezos' Firma Blue Origin gelingt Wiederverwertung von New-Glenn-Raketenantrieb
Blue Origin, das Raumfahrtunternehmen von US-Milliardär Jeff Bezos, hat erstmals den Antrieb seiner New-Glenn-Rakete wiederverwendet und damit einen Fortschritt im Wettbewerb mit dem Konkurrenten SpaceX erzielt. Der Antrieb der riesigen Rakete sei am Sonntag wiederverwendet und danach erneut geborgen worden, teilte Blue Origin mit. Die aus Cape Canaveral im Bundesstaat Florida gestartete Rakete brachte demnach einen Kommunikationssatelliten für das Unternehmen AST SpaceMobile ins All.
Nachdem sich die erste Stufe mit dem Satelliten von der zweiten Stufe der Rakete getrennt habe, sei der Raketenantrieb wie geplant auf einer im Atlantik treibenden Plattform gelandet, erklärte Blue Origin. Bei den zwei bisherigen Starts der New-Glenn-Rakete musste jeweils ein neuer Antrieb verwendet werden. Dank der Wiederverwendung des Antriebs könnte Blue Origin die Zahl der Raketenstarts erhöhen.
Bei der Mission am Sonntag lief aber nicht alles nach Plan: Der von der Rakete ins All beförderte Satellit gelangte nicht in die richtige Umlaufbahn.
Ein erster Versuch, den Raketenantrieb nach Benutzung zu bergen, war im Januar vergangenen Jahres gescheitert. Im November gelang das Manöver und mit dem Start vom Sonntag klappte nun erstmal auch die Wiederverwendung.
Die 98 Meter lange New-Glenn-Rakete spielt eine zentrale Rolle bei Bezos' Raumfahrtambitionen. Mit dem Raumfahrtunternehmen SpaceX von US-Milliardär Elon Musk, das bereits seit Jahren Raketenantriebe wiederverwendet, konkurriert Blue Origin als Dienstleister für die Nasa bei ihrem Mondfahrt-Programm Artemis. Beide Firmen arbeiten für die US-Raumfahrtbehörde an einem Mondlande-Fahrzeug.
Für die bemannte Mission Artemis 2, bei der vier Astronauten Anfang des Monats den Mond umrundeten, wurde allerdings eine SLS-Trägerrakete von SpaceX genutzt. Eine erneute Mondlandung gut ein halbes Jahrhundert nach den Apollo-Missionen der Nasa ist für 2028 geplant. Damit wollen die USA ihrem Konkurrenten China zuvorkommen.
D.Seifert--NRZ