Neue Rheinische Zeitung - Hohe Dieselpreise: US-Regierung macht Druck auf Europäer

Köln -
Hohe Dieselpreise: US-Regierung macht Druck auf Europäer
Hohe Dieselpreise: US-Regierung macht Druck auf Europäer / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Hohe Dieselpreise: US-Regierung macht Druck auf Europäer

Um die hohen Dieselpreise zu senken, machen die USA Druck auf die Europäer. Ein US-Regierungsmitarbeiter sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in Washington, es sei "im Interesse Europas, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten". Medienberichten zufolge will die Regierung von Präsident Donald Trump erreichen, dass große EU-Staaten wie Deutschland und Frankreich ihre Dieselreserven freigeben.

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"Wir prüfen mehrere Möglichkeiten, um das Angebot an raffinierten Produkten zu erhöhen und die Kosten für die Verbraucher zu senken", sagte der US-Mitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden wollte. Energieminister Chris Wright hatte am Mittwoch im Weißen Haus gesagt, die "europäischen Freunde" würden schon bald mehr Diesel auf den Markt bringen.

Druckmittel ist offenbar ein möglicher Exportstopp für US-Diesel, für den Trump sich zuvor ausgesprochen hatte. Damit will er rund einen Monat vor den Kongresswahlen die heimischen Preise senken. Die EU-Kommission nannte ein Exportembargo eine "sehr schlechte Idee". Rund die Hälfte der europäischen Dieselimporte kommt demnach aus den USA - ein Exportstopp würde die Preise auch in Deutschland weiter in die Höhe treiben.

In den USA wird Diesel überwiegend in Nutzfahrzeugen wie Traktoren oder Lastwagen eingesetzt. Viele Landwirte, die zuletzt Trump gewählt hatten, sind frustriert. Die US-Ölindustrie, die dem Präsidenten ebenfalls nahesteht, lehnt einen Exportstopp hingegen ab.

Durch den von Trump mitausgelösten Iran-Krieg sind die Treibstoffpreise weltweit deutlich gestiegen. Der Iran blockiert die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus.

K.Peters--NRZ