Steinmeier vor Besuch in Frankreich: Internationale Entwicklung macht uns Sorge
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vor seinem Abflug zu einem Staatsbesuch in Frankreich auf die "schwierigen Zeiten" verwiesen, in denen sich Europa befinde. "Die internationale Entwicklung macht uns Sorge", sagte Steinmeier am Mittwoch in Berlin. Nicht nur sei der Krieg nach Europa zurückgekehrt, auch seien die internationalen Handelsbeziehungen gestört und die Gesellschaften polarisiert. Dies betreffe Frankreich genauso wie Deutschland.
"Umso mehr sind das Zeiten, in denen es auf deutsch-französische Zusammenarbeit ankommt", betonte Steinmeier. Er erinnerte an die von De Gaulle und Adenauer auf den Weg gebrachte Versöhnung nach dem von Deutschland begonnenen Zweiten Weltkrieg. Es sei "mehr als ein historisches Wunder, dass aus dieser Situation heraus nicht nur Versöhnung, sondern Partnerschaft und wirkliche Freundschaft geworden ist".
Aus dieser Freundschaft sei eine "Triebfeder für die europäische Einigung" geworden, sagte der Bundespräsident weiter. "Das müsste eigentlich Ermutigung genug für uns sein, die wir in diesen Tagen Verantwortung tragen und für diejenigen, die dann nach uns in den Ämtern folgen." Sowohl Frankreichs Präsident Emmanuel Macron als auch Steinmeier scheiden im kommenden Jahr aus ihren Ämtern.
Steinmeier wird am Abend gemeinsam mit mehreren Ministern und Ministerpräsidenten in Paris erwartet. Nach einem Empfang zum Tag der Deutschen Einheit in der Residenz des deutschen Botschafters steht ab Donnerstag ein bis Freitag dauernder offizieller Staatsbesuch an.
C.Schneider--NRZ