Waltransport Richtung Nordsee: Zwischenstopp aufgrund der Wetterlage
Der Lastkahn mit dem vor der Ostseeinsel Poel geborgenen Buckelwal hat aufgrund der Wetterlage eine Zwischenstopp eingelegt. Wie aus Positionsdiensten zur Schiffsverfolgung hervorging, lagen das Schiff "Fortuna B" und der von diesem gezogene Kahn mit dem Wal am Freitag unterhalb der nördlichsten Spitze der dänischen Insel Jütland, noch vor dem Skagerrak. Der Skagerrak ist bereits Teil der Nordsee.
Grund seien schwierige Wetterbedingungen, sagte Martin Bocklage, Kapitän des Begleitschiffes "Robin Hood" dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). Die Wellen erreichten zum Teil Höhen von bis zu zwei Metern. Sobald sich die Lage auf See beruhigt, sollte laut Bocklage die geplante Route fortgesetzt und der Buckelwal in die Freiheit entlassen werden.
Am Dienstag war der Wal vor Poel von Helfern in den mit Sand und Wasser gefüllten Lastkahn dirigiert worden, mit dem er aufs offene Meer gebracht werden soll. Dahinter steht eine von der Unternehmerin Karin Walter-Mommert und dem Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz finanzierte Privatinitiative. Es handelt sich um einen letzten Rettungsversuch für den von Experten schon aufgegebenen Meeressäuger. Viele nicht beteiligte Fachleuten lehnen die Aktion als auswegslos ab.
Walter-Mommert sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, der Wal sei "sehr lebendig" und "singt im Moment sehr viel vor sich hin". Sie strebt demnach an, dass der Lastkahn mit dem Buckelwal weiter bis vor die Küste Norwegens und in den Atlantik gebracht wird - "dorthin, wo andere Wale in die Nähe kommen".
Der im Atlantik heimische Säuger irrte seit Anfang März vor der deutschen Ostseeküste umher und strandete mehrfach, zudem verfing er sich in Netzen. Rund vier Wochen lang lag er in einem Seitenarm der Wismarer Bucht auf Grund. Zahlreiche Experten gehen davon aus, dass der mehrfach gestrandete Wal krank und sehr geschwächt ist.
Q.Arndt--NRZ