Von Hanta-Ausbruch betroffenes Kreuzfahrtschiff "Hondius" vor Teneriffa eingetroffen
Das von einem tödlichen Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff "Hondius" ist am Sonntagmorgen vor der Küste von Teneriffa eingetroffen. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP am Sonntagmorgen beobachtete, näherte sich die "MV Hondius" eskortiert von einem Schiff der Guardia Civil dem Hafen Granadilla de Abona im Süden der spanischen Kanareninsel. Daten der Ortungs-Website "Vesselfinder" bestätigten dies.
Nach Angaben des niederländischen Schiffseigners Oceanwide Expeditions sollen ab etwa 8.00 Uhr (Ortszeit; 9.00 Uhr MESZ) die Passagiere und ein Teil der Besatzung mit Booten an Land gebracht werden. Nach der Ausschiffung sollten die Betroffenen "unverzüglich zu den ihnen zugewiesenen Flugzeugen gebracht werden", hieß es weiter. Anschließend werden sie in ihre Heimatländer ausgeflogen. Unter ihnen sind auch mehrere Deutsche.
Auch wenn keiner der Menschen an Bord derzeit Symptome hat, gelten sie aufgrund der langen Inkubationszeit des Hantavirus als "Hochrisikokontakte". Auf Drängen der örtlichen Behörden läuft die "Hondius" vorsichtshalber nicht in den kleinen Industriehafen Granadilla de Abona ein, sondern ankert vor der Insel ankern.
Ein Teil der Besatzung soll an Bord bleiben und später mit dem Schiff in die Niederlande fahren. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, ist eigens nach Granadilla gereist, um die Evakuierung zu beaufsichtigen.
Laut WHO wurde mittlerweile in sechs von acht Verdachtsfällen eine Infektion mit dem von Mensch zu Mensch übertragbaren Andes-Virusstamm bestätigt. Drei Menschen sind bisher an dem Virus gestorben, darunter eine Deutsche. Ihre Leiche bleibt auf der Weiterfahrt in die Niederlande an Bord der "Hondius".
W.Schubert--NRZ